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Harald’s SWISSMAN Story 2014-10-24T19:57:40+00:00

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Harald’s SWISSMAN Story

[/heading][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]IMG_8620Nach einem wettertechnisch sehr kalten und regnerischen und schneereichen Frühling kam mir der SWISSMAN eigentlich viel zu früh. War die Teilnahme doch zudem auch eher nur ein „Zufall“.

Letzte Saison konnte ich mich für Hawaii qualifizieren, was die Toleranz von Familie (Frau und 3 Mädels) und Arbeitskollegen noch einmal für weitere 4 Monate strapazierte. Plan für diese Saison war deshalb sportlich ein wenig zurück zu schrauben – zumindest keine LD. Im Motivationsloch nach Hawaii wurde ich jedoch auf den SWISSMAN aufmerksam und nachdem die Chance tatsächlich einen Startplatz zu ergattern sehr klein war, hatte meine Regierung einer Anmeldung zugstimmt. Naiv wie ich war, dachte ich zu dem Zeitpunkt noch, dass ich das Training trotzdem etwas lockerer angehen könne, geht es hier mehr ums dabei sein, als um die letzte Sekunde heraus zu holen.

Das war auch der Grund warum ich sehr lange gewartet habe bis ich endlich mal aufs Rad gestiegen bin. Das miese Wetter eignete sich neben der „sportlich nicht so extremen Saison“ perfekt als Ausrede. So ging es ab 14. April aufs Rad (davor auch praktisch keine Rolle oder Ergometer)
Bei den ersten Ausfahrten kam rasch Panik auf. Distanz selbst ging schnell gut, aber die Höhenmeter taten ordentlich weh.

Den Rest des Aprils und den Mai habe ich ordentlich trainiert. Richtige Pässe hatten – obwohl sie gleich um die Ecke wären – leider sehr lange Wintersperre.
Der Linztriathlon MD als Vorbereitung ging in die Hose. Ich habe nach 45 Radkm abgebrochen, weil ich total abgefroren war. Zudem nach einer Erholungswoche Ende Mai krank geworden, sogar mit Antibiotikum.. Wieder ganz gesund waren es zum SWISSMAN nur noch 2 Wochen. Nicht die besten Vorzeichen also.

In Ascona zur Wettkampfbesprechung und Abholung der Startunterlage angekommen, zeigte sich gleich, dass der SWISSMAN anders ist. Die Helfer dort begrüßten uns per Handschlag und stellten sich mit den Vornamen vor. Auch einige andere Teilnehmer „kannte“ man bereits, wurden doch alle vorher über die Homepage und Facebook vorgestellt. Die Stimmung hatte etwas on einem kleinen Dorftriathlon (was durchaus positiv gemeint ist). Gleich sah ich auch Julia und Alex, die ich nur von TS kannte, nachdem wir uns in Hawaii verpasst hatten. (Die Fotos in eurem Blog haben euch verraten). Die Wettkampfbesprechung hatte etwas improvisiertes. Als Katrin von der Orga vor uns stehend, das Blatt in ihren Händen zitterte, und sie in einer entwaffnend sympathischen Art zugab, das sie genauso nervös ist wie wir, gleichzeitig aber klar machte, dass sie für alle auftretenden Eventualitäten gerüstet sind, kam so etwas wie richtige Vorfreude auf.

Ich habe mit meinen beiden Supportern (Ralph wollte mich den ganzen Marathon begleiten) in Ascona im Restaurant Lanca übernachtet. Es liegt direkt am Anfang der Promenade und somit genau zwischen Wechselzone und Schiffanlegeplatz. Leider wussten wir nicht, dass in Ascona ein Jazzwochenende begann. Sprich Musik bis 1:30 danach bin ich aus Erschöpfung eingeschlafen und hab zumindest nichts mehr mitbekommen. Ansonsten Unterkunft sehr empfehlenswert. einfach, sehr zuvorkommend, Abends noch Frühstück für den Morgen ins Zimmer bekommen, Parkplatz unmittelbar beim Haus organisiert.
Tagwache dann um 2:45, knappes Frühstück, ab zur Wechselzone, einrichten und im Neo dann zum Ablegeplatz spazieren, dazwischen noch schnell in der Unterkunft gemütlich aufs Klo und um 4:30 ab aufs Schiff. Den Wettkampf selbst habe ich ganz ähnlich erlebt wie es Julia in ihrem Bericht beschreibt.

Schwimmen sehr einsam aber genial. Ganz im eigenen Rhythmus dem Blinklicht am 3,8km entfernten Strand entgegen. Nur einmal hatte ich ein paar Meter einen Mitschwimmer. Mit 1:01 hatte ich meine bisherige PB von 1:10 pulverisiert und kam als 11. aus dem Wasser. Nach ausbaufähigem Wechsel (ist aber sicher nicht rennentscheidend) gings aus Rad. Der erste Regen war noch ok. Schließlich hatte es ca. 17°C. Beim zweiten mal dann auf der Tremola. Pflastersteine an sich sind ja schon so eine Sache, kilometerlang, aufwärts, im Regen und Wind bei 5°C sind dann definitiv nichts für mich!! Der Gotthardpass hat mich bekennder Warmduscher und Wollsockenträger dadurch – vor allem mental – wesentlich mehr hergenommen als ich das erwartet hätte.
Am Pass dann sicherheitshalber ordentlich war angezogen. So warm, dass Alex, der grad vorbei kam, fragte ob ich aufgeben habe. Runter wurde mir dann sogar warm, so dass ich im flachen Stück vor dem Anstieg zur Furka wieder stehen bleiben und die Sachen meinen Supporter übergeben musste. Die 12km zum Pass waren solala. Zwischendurch hatte ich ein Hoch und dachte: „Jetzt kommt meine Zeit“ Ein paar km später war mir nur noch kalt. Oben angekommen wieder anziehen. Dabei erwiesen sich meine nassen und steif gefrorenen Hände nicht kompatibel mit den dicken Handschuhen. Nach mehreren Minuten murksen, fast gebrochenen Fingern (zumindest so gefühlt) und einer warmen Suppe mit Maltodextrin ging es dann wieder abwärts. Die kleinen Finger irgendwie verkrüppelt im Handschuh, aber die brauchte ich eh nicht. Die ersten Kehren den Grimsel hoch habe ich die warmen Klamotten noch angelassen So kalt war mir von der Abfahrt. Dann wieder ausziehen, weiterfahren.. Nachdem es langsam auftrocknete am Pass gänzlich trockengelegt und auf die lange Abfahrt, die diesmal sogar Spaß machte. Rad kann zusammengefasst werden mit: anziehen, ausziehen, rauf, anziehen, runter, ausziehen, rauf, anziehen, runter, rauf, ausziehen, weiter rauf, umziehen, runter, ausziehen und nach knapp über 7:30 in T2.

Lauf geht dann gleich nach der WZ hinauf. Ich bin ja kein schlechter Läufer, aber der Athlet vor mir ging weg wie ein Wahnsinniger, der hinter mir hat mich nach den ersten Metern überholt. (beide sollte ich bald wieder sehen).  Nach dem ersten Anstieg ist die Laufstrecke super schön. Schmale Wege, kupiert, ganz wenig auf Straßen, .. Die ersten 10km gingen in 49:10 weg. In Anbetracht der Höhemeter und dem was da noch kommt schnell genug. km 21,1 war in 1:41 erreicht. Checkpoint Grindelwald Grund (km33 in 2:50). Immer war eine leicht angezogene Handbremse dabei. Zumindest gefühlt habe ich mich bemüht langsam zu machen und auf keinen Fall auf Druck zu laufen.

Aber von da an gings bergab – körperlich.. Sonst eigentlich bergauf. Aber wie!!! Laufen konnte ich bei der Steigung vergessen. Sogar beim zügig wandern wurde mir übel. Also noch ein wenig langsamer und wieder erholen. Weit nach vor war niemand mehr unterwegs und von hinten war auch niemand zu sehen. Also einfach weitergehen, in den wenigen und kurzen Flachpassagen ein paar Schritte laufen. Viel zu früh zeigte sich schon das Hotel. Einerseits so nah – andererseits noch sooo weit weg.

Swissman 2013 022a

Irgendwie kamen wir dann doch oben an. Bei einem Spalier aus SWISSMAN-Flaggen und dem kleinen Luftzelt am Ende. Ohne Speaker, nur einer Handvoll Leute – einfach nur geschafft.

Ich war fertig, froh dass es vorbei war und enttäuscht, dass ich auf meiner Disziplin so abgelooost hatte. Das hatte ich nicht erwartet. (ging übrigens bald vorbei – gelaufen ist nämlich niemand mehr mit dem ich geredet habe.) Mit 4:34 war das mein längster Marathon, wobei ich auf die letzten 9km 1:40 gebraucht habe. Trotzdem war es noch die 5. Laufzeit.

Was ich fast vergessen hätte: Gesamt sind es 13:16 geworden und der 9. Gesamtrang.

Speziell positiv erwähnen möchte ich die Übernachtung auf der Kleinen Scheidegg. Es gab dem ganzen einen weiteren familiären Touch. Auch die Siegerehrung am Sonntag Vormittag war ganz nach meinem Geschmack. Keine große Show, aber von Herzen!

Ich werde nächstes Jahr nicht dabei sein und auch den zugesagten Startplatz für den Norsemann nicht in Anspruch nehmen. Es wir jetzt definitiv mal eine ruhigere Saison werden.

Der SWISSMAN entspricht einer Gegenbewegung zu dem auf Show und Kommerz aufgebauten Veranstaltungen unter IM und Challenge Lable. Genau deshalb glaube ich fest, dass er sich durchsetzt. Von dem was ich erleben durfte ist er 100% empfehlenswert!

Harald[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/1″][social_buttons facebook=“true“ twitter=“true“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/1″][fancy-ul icon_type=“font_icon“ icon=“icon-backward“ color=“Accent-Color“ enable_animation=“true“]

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